[Rezension] „Statt aus dem Fenster zu schauen“ von Anna Katharina Scheidemantel

„Statt aus dem Fenster zu schauen“, Anna Katharina Scheidemantel
Herausgeber: Pola Verlag
Hardcover, 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 30.03.2026

Vielleicht, nur Vielleicht laufen mir Tränen über das Gesicht, während ich die letzten Seiten dieses Buches lese…
… nicht, weil es so besonders traurig ist, sondern weil ich nicht möchte das es endet. Vielleicht auch, weil ich ein bisschen wehmütig bin.
Vielleicht, ganz vielleicht würde ich gerade am liebsten nach alten Häusern im Nirgendwo suchen…und nach Hühnern…(nur mein Suchverlauf könnte die Frage beantworten, ob ich es nicht sogar schon getan habe)
Doch dann kommen Erinnerungen von etwas unüberlegten und vielleicht blauäugigen Entscheidungen… ein unterschriebener Mietvertrag für ein kleines Ladenlokal… Erinnerungen wie ich wochenlang im Alleingang hässliche, braunen Wandoaneele mit Kreidefarbe überpinselt habe, mir tausende Tutorials angesehen habe um aus den alten, bei Kleinanzeigen entdeckten Möbelstücken „echte“ Vintage Schätze zu macheb, um einen kleinen Traum in Rosa und Mint zu erschaffen…
Und dann bin ich ein stückweit stolz und weiß, dass es für alles vielleicht doch den richtigen Moment gibt und vielleicht auch schon der nächste tolle Moment auf mich wartet und dann wird mir ganz warm ums Herz und ich wünsche mir, dass jeder in meinem Umkreis dieses Buch liest.
Ein Buch in dem es um Verrückte Ideen und das Gefühl geht, dass man mal eine Pause von der Welt braucht.
Das es richtige Menschen zum falschen Zeitpunkt gibt und das dass Leben so viele Feen- und Glühwürmchen Momente bereit hält und wir diese Momente auch einfach mal genießen und wertschätzen sollten.
Dieser Roman hat mich zum Schmunzeln und zum Nachdenken gebracht und steckt voller wundervoller poetischer Sprache und Philosophischen Fragen darüber, ob wirklich immer die Frage nach dem „und danach“ zählt.
Ich möchte dieses Buch meinen Kindern geben, von denen zumindestens zwei auch gerade vor der Frage stehen.. und dann? Was kommt danach und was will ich mit meinem Leben anfangen?
Ich möchte es meinen Eltern geben, damit sie vielleicht ein bisschen besser verstehen, warum ich manchmal unüberlegt Entscheidungen getroffen habe, und sie sich in dem Moment auch gut angefühlt haben.
Ich möchte es meiner Schwester in die Hand drücken, die den Wunsch ein altes Haus im Nirgendwo zu restaurieren vermutlich am besten von uns allen nachvollziehen kann und ich möchte es jedem ans Herz legen, der sich manchmal fragt: Besteht der Sinn des Lebens wirklich nur darin in einem Büro vor einem PC zu sitzen…
Ich habe die Protagonistin Sophie von der ersten Seite an geliebt und habe mich so oft selbst in ihr wiedererkennen können. Für mich war dieses Buch ein wahrer Schatz an wundervollen Worten und ich glaube ich habe noch nie so viele Post Its gebraucht und so viele Textstellen markiert.









„Statt aus dem Fenster zu schauen“ ist für mich ein absolutes Highlight gewesen und wird mich vermutlich gedanklich noch sehr lange begleiten.

